Probepacken

Es gibt Menschen, die machen sich darüber lustig, dass ich vier Wochen vor Reisebeginn nervös werde und schon mal die Fahrradtaschen oder den Rucksack vom Boden hole. Sei es drum. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Ich werde das erste Mal mit einer selbstaufblasenden Thermorest Matte unterwegs sein. Leider hat meine supertolle Mammut-Matte mit integrierter Luftpumpe den Geist aufgegeben. Ich sollte besser sagen, in der Matte befindet sich ein böser Geist. Auf dem nicht gerade sehr billigen Teil habe ich auf allen Touren wunderbar geschlafen. Fast besser als im eigenen Bett.

Aber schon auf der Tour 2017 nach Santiago war die Matte morgens nicht mehr prall mit Luft gefüllt, sondern eher labrig. Im vergangenen Jahr war es dann so weit, dass ich zweimal in der Nacht Luft nachpumpen musste. Das ist lästig, weil es nicht der Sinn von Schlaf ist, irgendwann auf dem brettharten Boden zu liegen, kalt ist es zudem am Rücken und die Matte aufpumpen zu müssen.

Alle Versuche – sowohl in der Badewanne als auch im nahegelegenen See – die undichte Stelle zu finden waren erfolglos. Nirgendwo stiegen kleine Blasen auf. Mammut konnte mir auch nicht weiterhelfen. Das ganze Knowhow der Schweizer Edelfirma endet schlagartig nach Ablauf der Garantiezeit. Die konnten oder wollten nicht helfen.

Wie sich nach lange Suche rausstellte, war das Ventil der eingebauten Handpumpe undicht. Und da ist nichts mit flicken. Die Matte kann man noch nehmen, um sich mal eine Stunde an den Strand zu legen. Das war´s dann aber auch. Jetzt also Thermarest. Ich bin gespannt. Aber auf der anstehenden Via de la Plata ist die Matte sowieso nur für den Notfall gedacht, falls die Matratze in der Herberge so versifft ist, dass man sich lieber noch die Matte drauf legt.

Rote Gitterbetten in einem kargen Übernachtungsraum
So sahen die Herbergen zum Teil 2008 aus. Man darf gespannt sein.

Doch zurück zum Probepacken: Alles passt. Wegen nix mit Zeltplatz, wird das diesmal auch eher leichtes Gepäck. Kein Zelt, kein Kocher, nur der dünne Schlafsack. Das passt.

Wenn jetzt noch das Virus nicht alle Menschen, Fluggesellschaften und Herbergsbetreiber in heillose Panik versetzt, steht einer aufregenden Tour nichts mehr im Weg. Sollten wir hingegen in Spanien gleich nach der Landung des Flugzeugs in mehrwöchige Quarantäne gesteckt werden, werde ich berichten. Sowas lässt sich mit Geld ja nicht bezahlen.

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